5G kommt – die wichtigsten Infos zum Mobilnetz der Zukunft

5G kommt – die wichtigsten Infos zum Mobilnetz der Zukunft

28. Juni 2019

Rund 60 Jahre nach Inbetriebnahme des ersten deutschen Mobilfunknetzes kommt in absehbarer Zeit nach 4G (oder LTE) nun in 5G (5th Generation) die neueste Generation des Mobilfunks auf den Markt. Es handelt sich also um die neue Entwicklungsstufe des Mobilfunks. Doch was kann 5G? Und was braucht man, um den neuen Highspeed-Mobilfunk mit den atemberaubenden Übertragungsraten nutzen zu können?
Die Antworten diese und weitere Fragen zu diesem spannenden Thema lesen sie in den folgenden Zeilen.

Was kann 5G?

5G wird vor allem die mobile Datenübertragung durch größere Kapazitäten innerhalb einer Mobilfunkzelle revolutionieren. Das heißt: Die fünfte Mobilfunknetz-Generation bringt höhere Übertragungsraten, geringere Latenzen und insgesamt einige neue Anwendungsmöglichkeiten mit sich. In Sachen Datengeschwindigkeit, Netzkapazität, Reaktionszeit und Datensicherheit. Ist das also der Schritt in die Zukunft. Erreicht 4G bzw. LTE derzeit eine Bandbreite von bis zu 150 Mbit/s, in Städten teilweise sogar bis zu 300 Mbit/s, geht 5G noch deutlich darüber hinaus. Während die 4G-Bandbreite Bandbreite für den schnellen Download von größeren Datenmengen ausreichend ist, soll die neue Generation Maschinen und Geräte vernetzen. Und das etwa 100 Mal so schnell wie der Vorgänger 4G. Und zudem praktisch ohne spürbare Verzögerungeni sowie an tausende Geräte gleichzeitig.

Bedeutet 5G das Ende von 4G?

Nein. Die Einführung von 5G ist eine Weiterentwicklung zusätzlich zum bestehenden Netz. Durch den parallelen Betrieb beider Technologien können zukünftig größere Kapazitäten und schnellere Netzgeschwindigkeiten bedient werden. So müssen sich private Endnutzer auch keine neuen Geräte kaufen. Denn das LTE-Netz (4G) ist ein wesentlicher Bestandteil von 5G und wird in Zukunft selbstverständlich weiterhin betrieben und verfügbar sein.

Welche Voraussetzungen müssen für die Nutzung von 5G geschaffen sein?

Für diesen neuen Kommunikationsstandard werden zusätzliche Frequenzbänder benötigt. Im Rahmen von 5G wird es unterschiedliche Netzebenen geben. Diese sollen parallel unterschiedliche Anwendungen individuell bedienen können. Die Rede ist vom sogenannten Network Slicing. Basis dafür sind Technologien wie die Virtualisierung von Netzwerk-Funktionen (NFV) und Software-definierte Netze (SDN). Zudem sind in Deutschland bereits mehr als 80 Prozent der bestehenden Mobilfunkantennen der Telekom auf 5G vorbereitet. Erste Antennen für 5G funken bereits in Testgebieten in Berlin, Darmstadt und am Hamburger Hafen. Europaweit hat die Telekom bereits 150 5G-Antennen in Betrieb.

Wireless network speed concept, speedometer 5G evolution. 3d rendering

Für wen ist 5G interessant/nutzbar?

Der Datenverkehr auf der ganzen Welt wächst und wächst. Die Netzbetreiber stehen vor der immensen Herausforderung, dem Bedarf an schnellen Datenverbindungen flächendeckend durch die Bereitstellung von besseren und größeren Funknetzen gerecht zu werden. Nachdem die Vernetzung von Menschen bereits weltweit Standard ist, folgt nun der nächste Schritt in die Zukunft. Die Kommunikation weitet sich auf Maschinen und Geräte aus. Diese vernetzen sich im Internet der Dinge. Profiteure von 5G soll es in nahezu allen Bereichen geben.

Schwerpunkt auf Industrie, aber auch Privatnutzer sollen profitieren

So sollen nicht nur industrielle Anwendungen und Maschinen, die Logistik (Industrie 4.0) sowie Robotertechnik und KI auf diese Weise Upgrades erfahren, sondern auch Bereiche wie der (vernetzte) Straßenverkehr – Stichwort: autonomes Fahren -, Telemedizin und Landwirtschaft. Der Schwerpunkt liegt hier zwar auf der Industrie, doch auch Privatnutzer sollen von der neuen Mobilfunk-Generation etwas haben. So vor allem, was den Ausbau der Smart Home- und der Unterhaltungsmöglichkeiten angeht. Auch die Funklöcher soll es künftig nicht mehr geben. Dies hat zumindest die Bundesregierung angekündigt.  Den Mobilfunknutzern wurde versichert, dass die Politik eine „verlässliche und lückenlose Mobilfunkversorgung insbesondere im ländlichen Raum“ sicherstellt.

Wer besitzt die Rechte an 5G?

Die Bundesnetzagentur hat die 5G-Rechte vor wenigen Wochen versteigert. Die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Neuling 1&1 Drillisch wollen jeweils eigene 5G-Netze aufbauen. Insgesamt gehen für die Rechte satte 6,6 Milliarden Euro an den Bund. Mit 2,17 Milliarden Euro hat die Telekom am meisten gezahlt, gefolgt von Vodafone (1,88), Telefónica (1,42) und Drillisch (1,07). Versteigert wurden Blöcke im 2-Gigahertz- und im 3,6-Gigahertz-Frequenzbereich. Die 2-Gigahertz-Blöcke waren deutlich teurer, da man in diesem Frequenzbereich höhere Reichweiten erzielen kann. Diese Blöcke sind allerdings erst ab 2021 oder sogar erst ab 2026 nutzbar. Die Rechte wurden zunächst bis 2040 vergeben. Der Bund will das Geld aus der Auktion in die Digitalisierung stecken, etwa in den Glasfaserausbau auf dem Land, aber auch für Schulen nutzen. Konzerne wie beispielsweise BMW, BASF, Bosch, Daimler und Siemens. Sie haben bereits angekündigt, eigene 5G-Netze für ihre Produktionsstätten aufbauen zu wollen – unabhängig von den großen Mobilfunkkonzernen.

Welche Probleme/Risiken birgt 5G in sich?

Wie bereits bei 3G oder 4G kommt es auch rund um die Nutzung von 5G zu elektromagnetischer Strahlung. Diese steht seit längerem unter Verdacht, gesundheitsschädigend zu sein. Eine

concept of wireless radio Internet. 5G mobile technologies.

entsprechende Sicherheit soll gewährleistet sein, wenn die bestehenden Grenzwerte für die Sendeleistung von Sendetürmen und Smartphones  eingehalten werden. Diese orientieren sich an der nachgewiesenen Heizwirkung von Funkwellen. So wie bei einer Mikrowelle, bei der eine entsprechende Abschirmung dafür Sorge trägt, dass die Funkwellen nicht nach draußen dringen.
Problem: In einigen zahlreicher Studien rund um die Mobilfunkstrahlung gibt es Hinweise auf athermische Effekte, also jene Effekte, die nichts mit Temperatur zu tun haben. Einige sollen bereits unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte auftreten und beispielsweise für Gendefekte verantwortlich sein, für Krebs und Konzentrationsmängel. Es gibt zahlreiche Studien und Veröffentlichungen weltweit. Allein auf der Video-Plattform Youtube poppen unter dem Suchbegriff „5G“ unzählige Videos über mögliche Risiken auf und wie man sich gegen diese schützen kann. Gleichwohl ist eine Gefährdung nicht zweifelsfrei belegbar.

Huawei in der Kritik

Gleiches gilt jedoch auch für die Sicherheit. Über dieses Thema wurde viel diskutiert. Noch immer gibt es Bedenken, auf welchen Hersteller beim Aufbau der Netze gesetzt werden soll. Vor allem Huawei steht immer wieder in der Kritik. Die USA haben Deutschland vor dem Einsatz der Technik aus China gewarnt. Amerika und seine Verbündete haben sich jedenfalls darauf verständigt, aus Sicherheitsgründen keinerlei Komponenten des Marktführers Huawei zu verwenden. Deutschland wird hingegen wohl zumindest teilweise auf chinesisches Know-how setzen.

Ab wann ist 5G nutzbar?

Ab 2020 soll das 5G-Netz in Deutschland grundsätzlich verfügbar sein. Die Ausbauauflagen für die Netzbetreiber streng: Bis Ende 2022 sollen 98 Prozent der Haushalte sowie Autobahnen und viele Bahnstrecken mit schnellem, mobilem Internet versorgt werden. Allerdings nicht notwendigerweise mit 5G. Denn die Auflagen der Bundesnetzagentur sind so gestaltet, dass sie nicht explizit 5G vorschreiben. Dazu kommt, dass die jetzt versteigerten Frequenzen zwar eine hohe Datenrate, dafür aber nur eine geringe Reichweite haben.
Daher werden die Netzbetreiber den Netzausbau in der Fläche eher mit 4G als 5G realisieren (müssen). „5G ist eine Revolution“, wird Mike Cansfield, Analyst der International Data Corporation auf heise.de zitiert: „und sie passiert jetzt.“ Nur eben nicht hier, in Deutschland, sondern in den USA und in Teilen Asiens. Dort rollen Netzbetreiber bereits 5G-Technik aus. So ist beispielsweise in Südkorea schon das erste 5G-Smartphone auf dem Markt und das entsprechende Handynetz längst in Betrieb. Und das bereits flächendeckend. Viele EU-Mitglieder haben bei der Frequenzvergabe ebenfalls gebummelt, viele sind noch nicht einmal so weit wie Deutschland. „Europas Problem ist die Harmonisierung“, sagte Afke Schaart, Europachefin des Netzbetreiberverbands GSMA, im März auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Erst ein kleiner Teil des für 5G vorgesehenen Spektrums wurde von den EU-Mitgliedsstaaten bereits zugewiesen – Deutschland gehört dazu -, in einigen Ländern sitzen auf den Frequenzen noch andere Nutzer.


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