AK-PAT-Kolloquium – eine Lanze brechen

AK-PAT-Kolloquium – eine Lanze brechen

von 1. Dezember 2017

20. bis 22. November, 13. Kolloquium des Arbeitskreis Prozessanalytik, diesmal in Esslingen bei der Firma Festo. Gut, dass wir da waren.

Schon äußerlich ein schöner Rahmen. Beeindruckende Räumlichkeiten, d.h. großzügige, helle Hallen; die Firma Festo ein aufmerksamer, unterstützender  Gastgeber. Als ausstellender Hersteller weiß man das zu schätzen, besonders wenn man größere Ausstellungsstücke mitbringt und dafür eine Spedition bemüht, so wie wir. Danke. Danke auch an die umfassende und freundliche Organisation durch die Mitarbeiterinnen der DECHEMA; alles gut.

Förderndes Umfeld

Ein großes Atrium für die Vorträge und ein weiteres für die Ausstellung. Meine Befürchtung, dass diese Trennung zu einem mangelnden Besuch der Ausstellung führend könnte, hat sich dank eines guten Pausenmanagements nicht bewahrheitet. Im Gegenteil, die gute Durchmischung von Ausstellungsständen, Postern, Stehtischen und Bewirtung war ein ideales Umfeld für die Netzwerkbildung und -pflege, also für den angestrebten Trialog.

Trialog der Prozessanalytik

Trialog! Dieser Aspekt ist einen separaten Absatz wert. Für mich ist dies der wichtigste Teil der Veranstaltung. Ich kenne kein anderes Netzwerk, in dem die Verständigung zwischen Anwendern, Forschung und Herstellern, aber auch zwischen den Generationen (vom Jungakademiker bis zum industrieerfahrenen Praktiker) so intensiv, entspannt und vor allem in der vollen PAT-Themen-Breite geführt werden kann. Der Begriff „Trialog“ ist meines Wissens im letzten Jahr zum ersten Mal aufgetaucht; der Gedanke des Trialogs steckt aber schon lange in der Konzeption des AK-PAT.

Interessierter Besucher in der Ausstellung

Interessierter Besucher in der Ausstellung

Yokogawa zeigte massive Präsenz

Yokogawa zeigte massive Präsenz

Die Vorträge

Nach links und rechts schauen erweitert oftmals die Perspektive. Auch in der Fertigungsindustrie wird (analytisch) gemessen. Die Problemstellungen sind in mancher Beziehung ähnlich: Qualität – Prozessanalytik – und Schnelligkeit – Prozessanalytik – sind auch hier entscheidend. So mancher Ansatz mag unter dem Dach von Industrie 4.0 übertragbar/ oder anpassbar sein. Z.B. die Kombination von Datenanalysen mit dem Erfahrungswissen der Mitarbeiter scheint mir eine solche Lagerstätte für weitere Prozessverbesserungen zu sein.

Darüber hinaus gab es eine interessante Mischung aus den aktuellen Trendthemen (Digitalisierung, neue bzw. weiter aufkommende PAT-Technologien für die prozessmesstechnische Anwendung oder die Anwendung von APC.

Aber lesen Sie doch selbst nach, sobald die Beiträge auf der Seite des Arbeitskreis Prozessanalyik verfügbar sind.

Die Poster

Die Poster sind ein wunderbares Feld, neue Entwicklungen den industriellen Praktikern in der Kürze zu vermitteln. Einerseits durch die persönliche Vorstellung im Kolloquium innerhalb von nur 2 Minuten (tja, so geht’s zu in der wirklichen Welt). Der eine oder andere bzw. die eine oder andere ist das noch nicht so gewohnt. Das Kolloquium bietet ein gutmütiges Umfeld für solche Erfahrungen. In der Poster-Ausstellung  ist dann ausreichend Zeit und Raum für vertiefende Gespräche, das Knüpfen von Kontakten und das Anbahnen von gemeinsamen Arbeiten. Wir von Yokogawa haben uns schon vor einiger Zeit darauf eingelassen. Vielleicht können wir in ein oder zwei Jahren mal darüber berichten.

Nur positiv, keine Anregungen? Doch.

Das Kolloquium hatte ca. 150 Teilnehmer, Mitglieder und Nicht-Mitglieder. Die Website des Arbeitskreises listet 340 Mitglieder. Wo waren die anderen? Es wird verschiedene Gründe geben, nicht teilzunehmen, darunter Terminkonflikte, Arbeitslast, Reise nicht möglich etc. Vielleicht auch die Themen? Mehr Zeit schaffen ist schwierig, Themen aufnehmen nicht. Aber welche? Der Arbeitskreis hatte Poster ausgehängt, auf denen sich die Teilnehmer Schwerpunkt-Themen wünschen konnten. Was aber, wenn jemand weggeblieben ist, der gerade seine Schwerpunktthemen nicht gefunden hat? Auf der Homepage des Arbeitskreises lässt sich so etwas schnell und einfach nachträglich loswerden.

Ich nutze hiermit die Gelegenheit, meine Themenwünsche los zu werden. Per Blogbeitrag, warum nicht:
– Digitalisierung, Industrie 4.0 und IIoT sind extrem wichtige Themen und werden auch in den kommenden Jahren notwendig im Fokus stehen. Daneben würde ich mir Themen aus dem täglichen PAT-Betrieb wünschen „PAT im Betriebsalltag“ also: Instandhaltungsmanagement, Asset-Management, analytische Qualitätssicherung, Validierung/Kalibrierung. Mit anderen Worten, Möglichkeiten, die Effizienz und Verfügbarkeit in den bestehenden Systemen zu steigern und den Aufwand zu senken.

– Oder: Erfahrungen mit den Technologien, die bereits eingeführt sind, aber auch noch so jung sind, dass sie noch weiter reifen wie z.B. TDLS, Raman-Spektroskopie oder NMR, Plattformkonzepte, Systemintegration. Wie denken Sie darüber?

– Anfangs hielt ich Pausen von fast zwei Stunden für zu lang. Jetzt reichen sie mir nicht mehr. Nicht zum Ausruhen oder Essen, sondern zum Arbeiten. Von den drei Ressourcen „Gesprächspartner“, „Themen“ und „Zeit“ war Zeit die eindeutig knappste.

– Kann es sein, dass die Zahl der Sponsoren etwas abgenommen hat? Das ist schade, denn ich glaube, dass PAT auch in Zukunft ein dynamisches Thema bleibt. Wir bleiben auf jeden Fall dabei.

Über welches Thema würden Sie gerne etwas lesen? Waren Sie vielelicht selbst vor Ort oder haben das im nächsten Jahr vor? Sprechen Sie uns an.

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