Dürfen wir Sie zum Essen einladen? Der unwissende Kollege zahlt…

Dürfen wir Sie zum Essen einladen? Der unwissende Kollege zahlt…

von 26. September 2018

Am vergangenen Wochenende war ich mal wieder mit ein paar Freunden unterwegs. Wie es so ist, erzählt man sich die lustigsten Ereignisse der letzten Zeit – was mal mehr und mal weniger spannend ist.
Bei einer Geschichte waren wir allerdings alle vollends gefesselt.

Marc war letztens mit seinen Kollegen essen: “Mensch, da haben wir Spaß in der Kantine gehabt. Das war echt unglaublich. Die haben da auch diese Kundenkarten, die man aufladen kann und zum Bezahlen nur unter einen Scanner hält. Ein Kollege hat ständig seine Karte vergessen und daher irgendwann mal den Code auf der Rückseite der Karte mit seinem Smartphone eingescannt. Ist mit einem Barcode-Generator schnell gemacht und echt praktisch. Das Handy hat er ja immer dabei und den Code zum Bezahlen damit nun auch. Jetzt brauchen wir ihn wenigstens nicht mehr durchzufüttern.”

Gelächter.

Für Susanne war das ein alter Hut: “Ja, aber das ist doch nichts Neues. Ich habe so eine Scanner App und vergleiche damit öfter mal die Preise oder schaue nach Inhaltsstoffen wegen meiner Nussallergie.”

(Oh je, jetzt bitte nicht wieder Allergiegeschichten…)

“Stimmt schon, aber darum geht’s ja auch nicht. Wir haben da gesessen und rumgesponnen, wie wir wohl mit unserem Handy an den Barcode vom Kollegen kommen können, damit er sich endlich mal fürs Durchfüttern revanchiert”, erwiderte Marc.

Frank schüttelte den Kopf: “Ach was, da müsst ihr ja irgendwie an seine Karte kommen, die er ja eh nie dabei hat. Oder eben an sein Handy…”

“Warte doch mal ab”, sagte Marc. “Irgendwann ist uns aufgefallen, dass über dem Barcode noch die Kartennummer steht. Wir haben also das Handy herausgeholt, in der App eine unserer Kartennummern eingetippt, auf den Knopf gedrückt – und schon hatten wir einen Barcode.”

Frank ist noch immer skeptisch: “Wie? Das klappt? Und damit seid ihr zur Kasse gegangen?”

“Na klar, mussten wir doch ausprobieren. War ja nur unsere Karte.”

Alle schauten Marc gespannt an. “Na los, jetzt mach’s nicht so spannend, hat’s geklappt?”

“Ja, wir haben einen Schokoriegel gekauft. Aber das war ja noch nicht alles. Wir haben den Kassenbon mitgenommen und uns den auch noch mal genauer angeguckt. Da seht doch tatsächlich auch die Kartennummer drauf.” Marc grinste ein wenig verschlagen.

Was folgte, war allgemeines ungläubiges Gelächter. Frank fand als erstes seine Sprache wieder: “Wie und jetzt sammelt ihr alle liegengebliebenen Kassenbons von den Tabletts ein und könnt jeden Mittag umsonst essen?”

“Also ich lasse meinen Bon zumindest dort jetzt definitiv nicht mehr liegen”, antwortete Marc bestimmt. “Aber klar, wir haben schon überlegt, die ganzen Kartennummern als Profile anzulegen und damit mittags zum Bezahlen loszugehen. Nach dem Motto: Wie, die Karte ist leer? Eine Sekunde, ich hab da noch einen anderen Barcode, versuchen Sie den mal. Aber ich glaube, das wäre aufgefallen.”

“Und was habt ihr nun vor? Ihr könnt das doch nicht einfach für Euch behalten. Das ist doch eine riesige Sicherheitslücke”, gab Susanne zu bedenken.

“Sicher, die Kartennummer steht auf Bon und Karte. Außerdem ist das auch nur ein Aufkleber mit Barcode und Kartennummer, der auf die Karte aufgeklebt ist. Auch den könnte man einfach nachmachen. Ich habe keine Ahnung, wie eine Firma so ein System ernsthaft verkaufen kann. Wir haben der Frau an der Kasse natürlich am nächsten Tag sofort erzählt, was los ist. Die war verständlicherweise total überfordert. Wir beschäftigen uns schon alleine jobbedingt tagtäglich mit solchen Themen, aber sie… Zumindest muss schnellstmöglich auf den Kassenbons wenigstens die Kartennummer ausgeixt werden. Ich bin mal gespannt, wie das weitergeht.”

Wir natürlich auch. “Ja, da musst Du uns unbedingt auf dem Laufenden halten. Oder lad’ uns doch die Tage einfach mal in der Kantine zum Essen ein!”


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