GC-Service-Spezialist: Der will doch nur reparieren, oder?

GC-Service-Spezialist: Der will doch nur reparieren, oder?

von 10. Oktober 2018

Gaschromatograf-Experte Sascha Gölz steht in einem Interview Rede und Antwort und erklärt, was Service-Dienstleistungen bei Yokogawa beinhalten.

Das Interview haben wir sowohl schriftlich als auch im Bewegtbild vorbereitet:

Hallo Sascha. Aus der Tatsache, dass dies unser dritter Termin für ein Interview ist, aber der erste, der zustande kommt, kann ich wohl schließen, dass du gut zu tun hast?

Sascha Gölz:  Ich bin vor allem viel unterwegs. Tut mir leid, aber der Kunde geht vor.

Geht denn so viel kaputt?

Gölz: Reparaturen sind der geringste Teil meiner Arbeit. Meist geht es um Wartungen oder Umstellungen eines Analysensystems. Oder ich bin an der Auslegung eines neuen Analysensystems und zum Beispiel am FAT, an Schulungen des Personals oder der Inbetriebnahme beteiligt.

Wie bist du Spezialist für Prozess-Gaschromatografen geworden?

Gölz: Zunächst habe ich eine Ausbildung zum MSR-Techniker abgeschlossen und dann viel Praxis im Bereich der MSR-Technik gesammelt. Bei einem internationalen Dienstleister habe ich in der Folge das komplette Portfolio der Analysenmesstechnik kennengelernt. In diesem Rahmen bin ich weltweit im Einsatz gewesen, so zum Beispiel in Europa, in Russland und China. Dabei habe ich mit GCs vieler Hersteller zu tun gehabt.

Und warum machst du diese Arbeit jetzt für Yokogawa? Und warum jetzt national?

Gölz: Yokogawa ist als Arbeitgeber für mich ideal; ich kann viel aus dem Home Office heraus arbeiten, und das ist gut für das Familienleben. Wir haben eigenes, gutes und spannendes Produkt, den GC8000. Deshalb stehe ich jetzt auch in Kontakt mit dem Applikationslabor, mit derEntwicklung und mit den Integrationszentren. Und zum Thema national: Von wegen.  Yokogawa ist international aufgestellt, der Servicebereich ist international vernetzt. Wir müssen zeitnah beim Kunden sein, deshalb bin ich auch mal in anderen Ländern unterwegs, wenn Kollegen woanders im Einsatz oder im Urlaub sind. Außerdem gehen unsere Systemintegrationsprojekte in alle Welt. Insgesamt stimmt bei Yokogawa einfach die Mischung.

Ist Analysensystemintegration auch Dein Ding?

Gölz: Ja, reine GC-Einsätze kommen eher selten vor. Analysenlösungen erfordern mehr Komponenten, die Komplexität ist größer. Es geht auch um Analysengeräte anderer Hersteller, weil wir die nicht im Portfolio haben oder diese eben zum Kundenstandard gehören. Damit wird man draußen konfrontiert, auch die muss man also drauf haben.

Du setzt Analysengeräte anderer Hersteller ein?

Gölz: Es geht nicht um einzelne Geräte oder Hersteller. Ich  kümmere mich für den Kunden um Analysensystemlösungen mit allem, was dazu gehört.

Welche Unterstützung benötigen die Anwender am häufigsten?

Gölz: Die Expertise beim Anwender nimmt ab. Gab es früher noch eigene PAT-Experten, muss diese Aufgabe heute häufig von einem MSR- oder Elektro-Ingenieur erledigt werden. Der Trend geht deshalb immer mehr zur Komplettlösung aus einer Hand.

Gibt es typische Stolperfallen, vor denen du diese Anwender bewahren kannst?

Gölz: Es ist wichtig, das Ganze zu betrachten. Nicht nur das Gerät, sondern auch das ganze Drumherum. Die Produkt- und Prozessbedingungen, aber auch die Atmosphäre. Es gibt viele Dinge, die Einfluss auf das Analysensystem haben, physikalisch, chemisch und elektrisch, die man alle im Auge behalten muss.

Hast du da ein ganz konkretes Beispiel?

Gölz: Oft werden nur die normalen, gewollten Bedingungen in der Anlage oder der Umgebung betrachtet. Erst im Nachhinein fällt dann auf, dass die Anlage im Störungsfall gar nicht messfähig ist, weil zum Beispiel die Produktzusammensetzung eine andere ist.

Eine neue Anlage zu erstellen ist sicher anspruchsvoll, aber gut planbar, weil alles aufeinander ausgelegt werden kann. Aber was ist Deine Erfahrung mit Brownfield-Anlagen?

Gölz: Hier ist dem Kunden oft wichtig, neue Geräte in die bestehenden Systeme zu integrieren, am liebsten im Eins-zu-eins-Tausch. D.h. neue Systeme sollen mit alten laufen, obwohl die Standards unterschiedlich sind. Ich finde Brownfield-Projekte deshalb sogar anspruchsvoller. Das Thema „digitale Übertragung“ wird immer wichtiger, so auch der Fernzugang durch Remote Control. Hier gibt es häufig Bedenken der IT. Dafür hat Yokogawa Lösungen und eigene Spezialisten im Bereich Security.

Danke für das Gespräch, Sascha. Für das nächste Mal kaufe ich mir einen GC, damit Du gleich das erste Mal kommst, wenn der kaputt geht und ich Dich rufe.

Gölz: Da kannst Du lange warten.

Bis Du vorbeikommst?

Gölz: Nein, bis der GC kaputt geht.

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