Mehr Sicherheit für alle – weniger für die Sicherheit!

Mehr Sicherheit für alle – weniger für die Sicherheit!

von 25. Januar 2019

Zwei gegensätzliche Tendenzen?

Ohne Frage, die Betriebssicherheit (funktionale Sicherheit) ist ein Thema, welches uns alle angeht. Ob als Eigner/Betreiber einer Anlage (Auflagen, Normen, Gesetze), Arbeiter in dieser Anlage (Verantwortung und eigene Sicherheit) oder als Anwohner, der um seine Sicherheit besorgt ist.

Sicherheit geht alle an! Aber wer kümmert sich eigentlich darum?

Zwei gegensätzliche Tendenzen sind erkennbar. Zum einen nimmt der Anteil der regeltechnischen Eingänge/Ausgänge (E/A) einer Anlage, die sicherheitsrelevant sind, zu. Und zwar absolut wie relativ. In Gesprächen mit der Industrie ist die Rede davon, dass früher etwa 10% der E/A einer Anlage sicherheitsrelevant waren, man inzwischen aber eher auf 20% zugeht. Außerdem nimmt die Zahl der Regeln und Normen ebenfalls zu. Auch wenn diese keine Gesetze sind, tut man als Anlagenbetreiber gut daran, sie zu befolgen. Und es gibt eine andere Tendenz, die Reduzierung von Personal in den Betrieben auf das aller notwendigste Maß.

Passt das zusammen? Nein, oder vielleicht „Jein“.

Im Zuge von Effizienzsteigerung in den Betrieben, der „Industrie 4.0“ und „Operational Excellence“, um nur einige zu nennen, ist das Streben nach einer möglichst geringen Mitarbeiterzahl zu verstehen. Allerdings ist es nicht einfach, das richtige Maß zu finden. Typische negative Auswirkungen sind beispielsweise eine so geringe Mannschaftsstärke der Schicht, dass bei Krankheit oder in der Urlaubsperiode mit Springern gearbeitet werden muss oder dass Projekte liegenbleiben, weil man einfach kein Personal dafür hat, dass diese durchführen oder zumindest begleiten kann. Das ist jeweils „unschön“, aber nichts im Vergleich dazu, wenn die Betriebssicherheit und die Integrität der Sicherheitssysteme durch Personalmangel leiden.

Training ist eine Möglichkeit, den Personalmangel (zum Teil) aufzufangen!

Wenn wir uns den Lebenszyklus der Sicherheitssysteme anschauen, kann man zwei große Phasen unterscheiden. In der ersten Phase geht es um Risikobewertung, Spezifizierung und Design der Sicherheitssysteme. Die hier eingesetzten Ingenieure haben die entsprechende Ausbildung und trainieren kontinuierlich (z.B. TÜV Certified Safety Engineer). In der zweiten Phase geht es dann um Implementierung, Betrieb und Instandhaltung der Sicherheitssysteme. Hierbei taucht nun folgende Krux auf: Natürlich gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Sicherheitsingenieuren, und im täglichen Betrieb haben die Bediener und Instandhalter viel mehr mit dem Sicherheitssystem zu tun als die einzelnen (wenigen) Sicherheitsingenieure. Auch ist damit zu rechnen, dass nach der ersten Phase die Anzahl der Sicherheitsingenieure (z.B.  durch Alter oder Fluktuation) und damit das Wissen über die Sicherheitssysteme im Betrieb abnimmt. Hier ist es nun am Betreiber/Management, sein vorhandenes Personal an Bedienern, Instandhaltern etc. entsprechend auszubilden und zu trainieren und zwar mit der Zielsetzung:

Functional Safety Technician (SIS) (TÜV Certified)

Was dem Sicherheitsingenieur recht ist,
kann dem Sicherheitstechniker nur billig sein!

Der Sicherheitstechniker kann und soll den Sicherheitsingenieur nicht ersetzen. Das Training Functional Safety Technician vermittelt Technikern und Mitarbeitern das notwendige Wissen über funktionale Sicherheit während der Betriebsphase, basierend auf der neuesten Ausgabe der internationalen Normen IEC 61508 und IEC 61511. Hiermit sind sie in der Lage, den Sicherheitsingenieur in der Betriebsphase der Sicherheitssysteme zu entlasten, selber aktiver zur Betriebssicherheit beizutragen und bei Sicherheitsvorkommen gezielter zu reagieren.

Mehr Sicherheit durch mehr Wissen – ein Gewinn für uns alle.

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