Virtualisierung – gekommen, um zu bleiben

Virtualisierung – gekommen, um zu bleiben

von 5. April 2018

Wofür braucht man eigentlich Virtualisierung?

Oft ist es gar nicht so einfach, Antworten auf einfache Fragen zu finden. So auch bei der Virtualisierung. Hier ein Beispiel: Für eine Prozessanlage sind acht Anzeige- und Bedienkomponenten (ABK) im (meist) zentralen Leitstand nötig. An diesen sitzen drei bis fünf Bediener zum Überwachen und Bedienen des Prozesses. Jede ABK wird durch einen leistungsfähigen PC (auch Workstation) physikalisch repräsentiert – entweder im zentralen Leitstand oder im Schaltraum. Jeder PC wird einzeln installiert und gewartet.

Im Falle der Virtualisierung sind die einzelnen Workstations durch einen leistungsstarken Server ersetzt und die Bediener melden sich “virtuell” auf dem Server an. Jede dieser “Sessions” wird individuell ausgeführt, der Bediener bemerkt den Unterschied praktisch nicht.

Es teilen sich also mehrere Anwender (Betriebssystem inkl. Applikation) eine Ressource (auch Host oder HAL (Hardware Abstraction Layer).

Licht und Schatten

Hier die Vorteile der Virtualisierung

Die Gesamtbetriebskosten (TCO) können, wie nachstehend beschrieben, stark reduziert werden.

Weniger physische Server

Mehrere virtuelle Maschinen können auf einem einzelnen physischen Server und den Hardwareressourcen verwendet werden. Die Kosten werden auch nicht unerheblich durch die geringere Einbaufläche und den reduzierten Energieverbrauch gesenkt werden. Wo früher mehrere Schränke mit den Workstation standen, ist jetzt nur noch ein Serverschrank!

Reduzierung der Verwaltungskosten

Wartungs- und andere Managementkosten fallen meist nur einmal (pro Server) an.

Geringere Lebenszykluskosten

Eine reibungslose Migration von einem alten auf einen neuen physischen Server ist ohne Aktualisierung der Anwendungssoftware möglich. Dadurch sind die Wartungskosten erheblich reduziert.

Einfache Sicherung und Wiederherstellung

Die Abhängigkeit von der physischen Serverhardware ist gering. Die Wiederherstellung kann im Falle eines Ausfalls oder eines Desasters schnell durchgeführt werden und die Ausfallzeit des Systems ist gering.

Nachteile für die Virtualisierung

Wenn man die folgenden Punkte beachtet, dann klappt’s auch…

Höhere Anfangskosten

Ein Server für Virtualisierung ist zunächst einmal teurer als ein einzelner PC. Hier ist die Stückzahl entscheidend.
Für die Virtualisierung wird eine Lizenz benötigt, die nicht mit dem Computer selbst gebündelt ist. Auch hier können die anfänglichen Kosten höher sein als bei der Nicht-Virtualisierung.

Ausfall des Virtualisierungsservers hat größere Auswirkung

Mehrere Systeme sind in einem einzigen Server integriert. Wenn die Hardware ausfällt, kann dies erhebliche Auswirkungen auf das gesamte System haben. Gegenmaßnahmen sind entweder fehlertolerante Server oder redundante Server. Dies erhöht wiederum die Kosten.

Leistung

Durch die Virtualisierung kann die Emulation ohne Verwendung von Hardware ausgeführt werden, was die Serverleistung und z.B. die Bildschirmgeschwindigkeit verlangsamen kann. Je mehr virtuelle Maschinen ausgeführt werden, desto langsamer kann das Gesamtsystem werden. Gerade bei Prozessen mit Echtzeitanforderungen an Bedienbarkeit und Performance muss man hier Reserven berücksichtigen.

Wie geht Virtualisierung bei Yokogawa?

Schon länger ist es möglich, alle nicht mit dem Systembus VNet/IP verbundenen Komponenten (z.B. Testsysteme oder PIMS) zu virtualisieren. Vor Kurzem wurde durch die Virtualisierung der Yokogawa-Netzwerkkarte zum Anschluss an VNet/IP (VI702) die Möglichkeit geschaffen, alle Komponenten Yokogawas (CENTUM VP, ProSafe RS und Systeme zur Betriebsführung) zu virtualisieren.

Mehr zur sicherheitsgerichteten Steuerung von Yokogawa erfahren Sie hier.

Virtualisierung

Die Virtualisierung des VNET/IP Protokoll Stacks ermöglicht die Virtualisierung aller Yokogawa Komponenten

Virtualisierung

Beispiel für die Virtualisierung unterschiedlicher Komponenten von Yokogawa

Lohnt sich das denn für mich?

Eine einfache Antwort auf diese Frage gibt es auch hier nicht. So gibt es gleichermaßen Befürworter reiner Hardwarelösungen wie auch Verfechter der Virtualisierung. Schließlich ist diese nützlich und technisch ausgereift. Wer sich der Vor- und Nachteile bewusst ist, hat die Möglichkeit, seine Entscheidung selbst zu treffen. Wer entsprechende IT-Experten im Hause hat, kann die Vorteile nutzen. Ich selbst bin froh, wenn ich die aktuelle Version der neuesten Yokogawa-Lösung (ob CENTUM VP, AD Suite o.a.) einfach als virtuelle “Maschine” auf meinen Laptop kopieren kann, ohne aufwändige Neuinstallation.

Hier finden Sie noch eine spannende Anwendergeschichte “Zurück in die Zukunft mit Centum VP“.

Wie sehen sie das? Diskutieren sie mit!

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