Wie kommt die PAT mit IIoT zurecht?

Wie kommt die PAT mit IIoT zurecht?

von 30. April 2018

Zunächst einmal für diejenigen, die ein anderes Arbeitsgebiet haben: PAT steht für Prozessanalysen­technik. Das sind die Messgeräte, die online die chemische Zusammensetzung von Ausgangs-, Zwischen- oder Endprodukten im laufenden Prozess bestimmen.

Womit beschäftigt sich denn neuerdings die PAT-Gemeinde?

Zu diesem Thema habe ich in letzter Zeit viele Kundengespräche geführt. Ich habe das Kolloquium des AK-PAT im letzten November besucht. Als neu ernanntes Mitglied im erweiterten Vorstand des Arbeitskreises habe ich erlebt, welche Themen und Fragen die Fachgemeinde umtreibt. Als Gast des AK 3.6 der NAMUR konnte ich die Perspektive der NAMUR erleben und diskutieren. Da kommt ein ganz interessantes, aber auch komplexes Bild zusammen.

Zunächst einmal beschäftigt die PAT das Gleiche, was auch andere Bereiche der Industrie beschäftigt: Digitalisierung, Industrie 4.0, Industrial Internet of Things, Advanced Process Control, Cloud-Technologien, Data Mining usf.

Aber auch das fachspezifische Wissen verändert sich laufend. Zunehmend durch immer wieder verbesserte oder neue analytische Verfahren, abnehmend durch einen gewissen Schwund infolge einer veränderten Fachkräftelandschaft.

Was sind die spezifischen PAT-Sorgen?

Es fängt bei der Kommunikation an. Für die Übertragung einfacher Messwerte scheint sich OPC UA durchzusetzen. Device Integration ist vorhanden. Wie sieht es mit komplexeren Informationen von Spektroskopen oder Chromatografen aus? ADI (Analyzer Device Integration) ist in der Mache, mit dem Pharmaziebereich als Flaggschiff. Wie weit ist das? Müssen dafür weitere Voraussetzungen von Seiten der PAT z.B. für die chemische und petrochemische Industrie geschaffen werden?

Statussignale und Diagnosedaten sind in NE131 und NE107 weitgehend durchstrukturiert. Das NAMUR Open Architecture–Informationsmodell berücksichtigt die NE131. Für Feldmessgeräte! Besteht für PAT-Instrumente da nicht Nachholbedarf? Die Vernetzung erfordert Einheitlichkeit. Das NOA-Informationsmodell sieht z.B. auch eClass vor.

Daten wie Messdaten, Statusdaten, Wartungsdaten, Bestandsdaten im Betrieb überall zur Verfügung haben, verspricht Riesenvorteile. Es lässt sich aber aus der klassischen Automatisierungstechnik nicht realisieren, weil die Daten an verschiedenen Orten liegen und aus unterschiedlichen Systemen kaum online zusammenzubringen sind. Cloud-Technologien können diese Aufgabe lösen. Doch kann man ihnen vertrauen? NAMUR Open Architecture sieht eine anlagenübergreifende Vernetzung vor. Ein Demonstrator existiert bereits. Was ist hier für PAT als nächstes zu tun?

Auch Advanced Process Control und Data Mining versprechen Effektivitäts- und Effizienzvorteile, die man übersetzt auch einfach Wettbewerbsvorteile nennen könnte. Aber wie genau geht das? Und auch hier stellt sich wieder die Frage, wie die Daten sicher zusammengeführt werden können.

Warum dieses besondere Aufhebens um die PAT?

Nun, PAT ist eine komplexere Technik als die Feldmesstechnik. Der Aufwand an „Fürsorge“ und Wissen ist hier deutlich höher als bei anderen Systemen. Aber kann sie mit einem ebenfalls deutlich höheren Nutzen den Aufwand rechtfertigen?

PAT bedeutet für den Prozess „Navigationssystem“ statt Blindflug.

Auf der Suche nach Belegen dafür bin ich auf einen Vortrag auf der NAMUR-Hauptversammlung 2017 [„Prozessanalysentechnik ist doch teuer – oder?] gestoßen. Darin wird der Technik in bestimmten Anwendungen ein Payback von drei bis 24 Monaten bescheinigt. Davon kann die Anlage selbst nur träumen. In einer anderen Untersuchung wurde in 75 Prozent der Fälle ein ROI (Return on Investment) von <2,5 Jahre gefunden. Welche anderen Maßnahmen zeigen so schnell und dauerhaft ihre Wirkung?

Die Effektivität der PAT für den Prozess ist also offenbar gegeben. Wie sieht es mit der Effizienz selbst aus? Immerhin besteht eine integrierte PAT-Lösung zuweilen aus einem Container voller Analysatoren und Hilfskomponenten. Gerade hier könnten die Werkzeuge des IIoT ins Spiel kommen mit spezifischen, übergreifenden Werkzeugen für Diagnose, Wartungs- und Asset-Management.

Mich würde Ihr Feedback interessieren: Welche Maßnahmen halten Sie im Bereich PAT für erforderlich, um ihn Industrie 4.0-tauglich zu machen? Haben Sie bereits Erfahrungen damit gesammelt? Was hält Sie im Moment davon ab, damit zu beginnen? Haben Sie vielleicht den Nutzen der Technologie in Ihrer Anlage quantifizieren können? Ich bin auf Ihre Kommentare gespannt.

Was hat das Alles mit der ACHEMA zu tun?

Die ACHEMA ist eine prima Gelegenheit, um sich auszutauschen. Wenn Sie Interesse an der PAT haben, suchen Sie dort doch bitte gerne das Gespräch mit mir zu diesem Aspekt – Sie sind herzlich eingeladen. Zu den Infos rund um unseren Messeauftritt kommen Sie hier. Im Obergeschoss unseres Standes lässt es sich in Ruhe plauschen und Erfrischungen gibt es auch.  Ich werde an allen Messetagen anwesend sein.

Yokogawas ACHEMA-Stand 2015.

 

Das Erdgeschoss ist allerdings auch nicht uninteressant: Obwohl wir seit mehr als 50 Jahren weltweit Analysensystemintegration betreiben, präsentieren wir ASI in diesem Jahr zum  ersten Mal auf der ACHEMA. Und ein paar PAT-Neuheiten haben wir auf dem Stand auch in petto.

ACHEMA-Freikarte gefällig? Dann müssen Sie nichts weiter tun, als hier einen Termin mit uns zu vereinbaren.

Ich freue mich auf Ihren Besuch.

 

 

 

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